Ausstellung in der Architektur Galerie Berlin Karl-Marx Allee 96, 10243 Berlin
Temporäre Kunsthalle Berlin
15.02.-15.03.2008
Architektur
Adolf Krischanitz
Fassadenentwürfe
Franz Ackermann
Valérie Favre
Olav Christopher Jenssen
Olaf Nicolai
Tal R
Anselm Reyle
Gerwald Rockenschaub
Corinne Wasmuht
Acht in Berlin lebende Maler liefern spontan Entwürfe für die Außenbespielung der temporären Kunsthalle Berlin, die im Herbst auf Initiative von White Cube Berlin auf dem Schlossplatz Wirklichkeit wird. Alle ausgestellten Modellentwürfe sind Vision. Sie loten Extreme aus, wie bei Valérie Favre, die ein Autokino auf dem Dach eröffnen will, sie lassen das eckige Gebäude in Spektralfarben schimmern und sich wie eine Seifenblase im Licht auflösen (Reyle), oder sie setzen plakativ Akzente, die alle Aufmerksamkeit an diesem wichtigen Platz garantieren (Jenssen). Die ersten Entwürfe lassen bereits die Begeisterung für das Vorhaben im Ganzen spürbar werden. Herausragende Künstler, die von Berlin aus weltweit wirken, machen mit, egal, ob ihr Entwurf verwirklicht wird oder nicht. Wie ein lebendiger Organismus wird der auf das Einfachste reduzierte Bau des österreichischen Architekten Adolf Krischanitz seine Außenhaut mehrmals wechseln. Anhebend mit Gerwald Rockenschaub lösen andere spannende Entwürfe, dessen blau-weißes Wolkenmotiv ab.
Bis 2010 die Bespielung dieser durch die Stiftung Zukunft Berlin ermöglichten, privat finanzierten Kunsthalle voraussichtlich zu Gunsten einer permanenten Lösung endet, kann außen und innen das künstlerische Spitzenpotenzial dieser Stadt vor dem großen Publikum ausgebreitet werden. In ungewöhnlicher Weise werden alle vier Fassaden zu weit sichtbaren Ausstellungsflächen. Damit betont der Architekt das Transitorische des gesamten Projektes. Es wird mit 600 Quadratmeter Ausstellungsfläche, einem Café und Bookshop wie ein Kleinod im Dienst der Kunst auf dem riesigen Schlossplatz für das stehen, was Berlin heute ist: zukunftsorientiert, weltoffen und beweglich.
„Eine temporäre Kunsthalle auf dem Schlossplatz bringt die Kunst, die in Berlin momentan auf Weltniveau entsteht, zu den Menschen. Der architektonische Entwurf von Adolf Krischanitz ist Hintergrund und Leinwand ... Es braucht diese temporäre Kunsthalle aber auch, um zu sehen, was die Stadt selbst sammeln muss, um in Zukunft wieder unabhängig von privat-kommerziellen Leihgaben und Sichtweisen zu sein.“ Katja Blomberg, Haus am Waldsee, Berlin
„Der architektonische Entwurf von Adolf Krischanitz für die temporäre Kunsthalle auf dem Schlossplatz hat den ganz großen Vorteil, dass er sich auf das Wesentliche konzentriert, ungeheuer flexibel ist und keinen falschen Aufwand betreibt.“ Julian Heynen, K21, Düsseldorf
„Der Entwurf von Prof. Krischanitz fasziniert, weil er Innen- und Außenraum miteinander verschränkt und in einen Prozess wechselseitiger künstlerischer Beziehungen bringt … Der Kubus ist ein perfekter Sockel, auf dessen Außenhaut und in dem sich die Kunst darstellen kann. Hier geht es nicht um die Architektur selbst, sondern im besten Sinne darum, architektonisches Vehikel für den Transport künstlerischer Ideen zu sein. Die Architektur ist eine ideale Projektionsfläche für die Künstler. Der künstlerischen Innovation gilt alle Aufmerksamkeit.“ Dirk Luckow, Kunsthalle zu Kiel
„Mit der Temporären Kunsthalle Berlin könnte so etwas wie ein Basislager für künstlerische Ideen entstehen, mit der Option auf Weitertransport, spätere Vergrößerung oder Verkleinerung. Berlins Kunstszene ist großartig und hat sich endlich ein flexibles Institut, ein Schnellboot für die zeitgenössische Kunst verdient. Das können sich die großen Museen, die langsamen Tanks, nicht leisten. Die einfache, aber dadurch wirksame Verpackung unterstützt die Kunst, aufwändige Architektur würde hier nur ablenken.“ Gerald Matt, Kunsthalle Wien
Katja Blomberg
Mitglied Künstlerischer Beirat / Temporäre Kunsthalle Berlin
Berlin, 14.02.2008
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