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Kuratorisches Konzept
Ort des Experiments - funktionale Architektur
Warum eine Temporäre Kunsthalle Berlin? Die Stadt hat sich im letzten Jahrzehnt zu einem Zentrum für Künstler und Künstlerinnen aus aller
Welt entwickelt. So wie frühere Generationen in Paris, New York oder London eine offene und anregende Situation für ihre Arbeit gefunden
haben, tun sie es heute hier. Die andauernde Übergangsphase, in der sich Berlin befindet, bietet gerade das Maß an Freiheit, Begegnung und
Diskussion, das zunehmend mobile Künstler brauchen. Berlin ist für sie temporäre oder langfristige Basis, Referenzpunkt oder Ort häufiger
Besuche. Aus historischen, kulturellen und ökonomischen Gründen hat die institutionelle Museums- und Ausstellungsstruktur hiermit nicht
Schritt halten können. Was in dieser Situation Not tut, ist ein Präsentationsort, der auf der einen Seite die Nähe zur künstlerischen Produktion
sucht und auf der anderen einen Abstand sowohl zu musealen Aufgaben als auch zur kommerziellen Sphäre der Galerien wahrt. Der
Kunsthalle Berlin geht es in ihrer Erprobungsphase auf dem Schlossplatz dabei nicht so sehr um die Darstellung übergreifender Themen,
Tendenzen oder Verknüpfungen mit anderen kulturellen Erscheinungen.
Darüberhinaus verweist auch ihre funktionale Architektur auf einen Ort des Experiments. Die Außenhaut des von Professor Adolf Krischanitz
entworfenen Baus bringt signalhaft zeitgenössische Kunst in die Mitte der Stadt. Die Architektur spielt sich der Kunst gegenüber nicht in den
Vordergrund; sie ist allein ihr sachlicher Schauplatz. Ein Ort des Sehens, des Erkundens und der Auseinandersetzung.
Offenes Atelier - Schaufenster für die Berliner Kunstszene
Die Temporäre Kunsthalle Berlin stellt die zeitgenössische Kunst dieser Stadt in den Mittelpunkt ihrer Aktivitäten. Sie will deutlich machen,
welches Potential in der Begegnung mit herausragenden Arbeiten der Gegenwart steckt. Sie begreift sich als Relaisstation zwischen den
Ateliers und der weiteren Kunstöffentlichkeit. Sie ist ein Raum, in dem sich künstlerische Experimente unter den Augen des Publikums entfalten
können. Im Zentrum steht das Werk der einzelnen Künstlerin und des einzelnen Künstlers, stehen ihre Werke.
Der Ansatz der Temporären Kunsthalle Berlin ist ebenso dezidiert wie pragmatisch. Sie will den überschaubaren Zeitraum während des
Abrisses des Palastes der Republik und dem Baubeginn für das Humboldtforum nutzen, um der seit vielen Jahren international äußerst
aufmerksam verfolgten und geschätzten Kunst in dieser Stadt eine zentrale Plattform an gut sichtbarer Stelle zu geben. Die auf relativ kurze
Zeit angelegte Kunsthalle auf dem Schlossplatz ist eine Teststation von hoher Außenwirkung und bietet der international geachteten
Berliner Kunstszene ein temporäres Schaufenster.
Forum für die Neue Berliner Kunsthalle
Eine straffe, professionell arbeitende Organisationsstruktur, die von bürgerschaftlichem Engagement und profilierter fachlicher Unterstützung
getragen wird, sorgt für den Bau und den Betrieb der temporären Kunsthalle auf dem Schlossplatz. Sie begreift sich als privat
finanziertes Unternehmen, das sich öffentlichen, berlinrelevanten Themen verpflichtet sieht. Die Temporäre Kunsthalle Berlin bietet neben ihrer
Funktion als "Offenes Ateleier" ein Forum für eine Zusammenarbeit aller Interessierten und Beteiligten an einer dauerhaften Lösung für die
Neue Berliner Kunsthalle.
Kontrollierte Vielfalt - keine verbindliche institutionelle Struktur
Das kuratorische Konzept der Temporären Kunsthalle Berlin stellt Werke von solchen Künstlern und Künstlerinnen in den Mittelpunkt, die in
dieser Stadt leben, arbeiten oder sich zu ihr in eine dauernde Beziehung setzen. Dabei geht es nicht um eine regionale Beschränkung, sondern
um die Internationalität und die weltweite Vernetzung der künstlerischen Produktion in Berlin.
Das Ausstellungsprogramm geht bewusst nicht von einem einzigen, inhaltlich ausformulierten Konzept aus, sondern setzt auf kontrollierte
Vielfalt, auf die Unterschiede von Inhalten, Formen und Atmosphären. In der zeitlich begrenzten Phase der Kunsthalle auf dem Schlossplatz
soll noch keine verbindliche institutionelle Struktur festgelegt werden, sondern die Unterschiedlichkeit künstlerischer Standpunkte im Mittelpunkt
stehen. Es soll nicht zuletzt deutlich werden, dass bei aller kritischen Reflexion, die selbstverständlich ist, die intelligente und optimale
Präsentation konkreter Werke die unabdingbare Voraussetzung für jede engagierte Auseinandersetzung mit Kunst ist.
Offener Austausch - flexibles Reagieren
Angestrebt ist eine relativ schnelle Folge von etwa 7 Ausstellungen pro Jahr. Derzeit sind im Finanzierungskonzept 4 Innenbespielungen und
eine Aussenbespielung enthalten. Es wird davon ausgegangen, dass ab Genehmigung weitere Sponsoringzusagen erfolgen, so dass eine
Erhöhung der Ausstellungsanzahl möglich ist. Sie werden in der Regel vom künstlerischen Beirat gemeinsam ausgewählt und betreut. Er
besteht aus Katja Blomberg, Julian Heynen, Dirk Luckow und Gerald Matt.
Nach Möglichkeit werden weitere internatonale Kuratoren unter anderem in Zusammenarbeit mit Dr. Friedrich Meschede, Berliner
Künstlerprogramm / DAAD Berlin eingeladen. Diese geplante Kooperation mit dem DAAD betrifft jährliche Gruppenausstellungen.
Grundsätzlich soll es für die Temporäre Kunsthalle Berlin einen offenen Austausch von Ideen und Konzepten von Künstlern und Kuratoren
geben, auf die spontan und flexibel mit Ausstellungen reagiert werden kann. Der künstlerische Beirat hat dabei die Aufgabe, für die Kontinuität
und das künstlerische Niveau zu sorgen.
Das Programm für das erste Jahr ist vorbereitet und kann nach einer positiven politischen Entscheidung und der Ausführung des Baus
unverzüglich umgesetzt werden. Für die Dokumentation der Ausstellungen ist eine periodische Zusammenfassung vorgesehen, die die
einzelnen Präsentationen und ihre kritische Rezeption widerspiegelt.
Kuratorisches Konzept
KÜNSTLERISCHER BEIRAT / TEMPORÄRE KUNSTHALLE BERLIN
Dr. Katja Blomberg
Haus am Waldsee Berlin, Direktorin
Dr. Julian Heynen
K 21 Düsseldorf, Künstlerischer Leiter
Dr. Dirk Luckow
Kunsthalle zu Kiel, Direktor
Dr. Gerald Matt
Kunsthalle Wien, Direktor
in Zusammnarbeit mit Dr. Friedrich Meschede
Berliner Künstlerprogramm / DAAD Berlin
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